Der Alltag zwischen Begehung und Schreibtisch: dokumentieren, damit es später Bestand hat, und Nachunternehmer so steuern, dass sie nicht aufeinander warten.
Ein kleiner Bauträger baut nicht selbst. Er kauft zwölf bis zwanzig Gewerke ein und verdient sein Geld daran, dass sie in der richtigen Reihenfolge und ohne Leerlauf arbeiten. Die Baustelle steht selten still, weil jemand nicht kann — sie steht still, weil zwei Firmen aufeinander warten und es niemand gemerkt hat.
Der zweite Teil der Arbeit ist das Aufschreiben. Es fühlt sich nach Verwaltung an und ist die billigste Versicherung am Bau: Wer zwei Jahre später belegen soll, wie viele Leute der Trockenbauer geschickt hat, findet die Antwort im Bautagebuch oder gar nicht.
Welche Pflichten beim Bauleiter liegen, welche beim Bauherrn bleiben und welche sieben Tätigkeiten seinen Arbeitstag füllen.
Wer ein Bautagebuch führen muss, welche sieben Angaben je Tag hineingehören und warum der Eintrag am selben Tag mehr wert ist als ein schöner Eintrag.
Eine Vorlage für den täglichen Eintrag mit allen Pflichtfeldern, dazu welche Felder man weglassen kann und woran Vorlagen in der Praxis scheitern.
Wann fotografiert werden muss, wie viele Bilder je Stelle, warum das Original neben der Markierung bleiben muss und was Fotos vor Gericht taugen.
Woran die Koordination der Gewerke im kleinen Bauträgerbetrieb scheitert, wie Schnittstellen vergeben werden und was in jede Baubesprechung gehört.
Welche Kontrollen vor dem Verfüllen, vor dem Betonieren und vor dem Verschließen nötig sind, samt Checkliste je Bauabschnitt.
Warum das gemeinsame Aufmaß vor dem Verschließen der wichtigste Termin der Abrechnung ist, was hineingehört und woran es in der Praxis scheitert.
Welche Restfeuchte ein Estrich vor dem Bodenbelag haben darf, wie die CM-Messung abläuft und warum Trocknungszeit kein Puffer im Terminplan ist.
Strom, Wasser, Zugang, Lager, Container und Gerüst, was bereitzustellen ist, wer es bezahlt und welche Versäumnisse als Behinderungsanzeige zurückkommen.
Wann eine Vorankündigung nötig ist, wann ein Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator bestellt werden muss und was der Bauherr davon nicht delegieren kann.
Aufbau und Ablauf der wöchentlichen Baubesprechung, was ins Protokoll gehört und der Satz am Ende, der es zum Beleg macht.
Warum ein gepflegter Plan mit zwanzig Zeilen mehr wert ist als ein ungepflegter mit zweihundert, und welche Puffer keine Puffer sind.
Warum die Behinderungsanzeige unverzüglich und schriftlich sein muss, welche Angaben hineingehören und wann sie ausnahmsweise entbehrlich ist.
Der Unterschied zwischen dem Bauleiter nach Landesbauordnung und der Objektüberwachung, wo die Haftung beginnt und was Dokumentation daran ändert.