PlanRadar ist ein gutes Programm. Diese Seite versucht nicht, das Gegenteil zu behaupten, sie beantwortet die Frage, die ein Bauträger mit acht Leuten stellt: Brauche ich das alles, und was passiert, wenn ich es nicht habe?
Was PlanRadar mitbringt
Nach den Angaben des Anbieters umfasst die Plattform unter anderem:
- Dokumentenmanagement für Projektunterlagen und Pläne
- Pläne und BIM-Modelle, mit Tickets darauf
- Bauzeitenplanung mit Gantt-Darstellung und Echtzeit-Aktualisierung von der Baustelle
- Berichte und Auswertungen zum Baufortschritt
- SiteView, 360-Grad-Aufnahmen der Baustelle
- einen KI-Assistenten für die Suche in den Projektdaten
Das ist eine Plattform für Bauvorhaben, bei denen Pläne in Versionen leben, ein Terminplan gepflegt wird und mehrere Beteiligte auf denselben Datenbestand schauen.
Wo es für den kleinen Betrieb kippt
Nicht bei den Funktionen, bei dem, was ihre Nutzung voraussetzt.
Der Terminplan will gepflegt werden. Ein Gantt-Plan, der nach vier Wochen nicht mehr stimmt, ist schlechter als keiner: Er erzeugt Vertrauen in Termine, die es nicht mehr gibt.
BIM setzt ein Modell voraus. Wer vom Architekten PDF-Pläne bekommt und den Grundriss ausdruckt, hat kein Modell und wird keines bekommen.
Der Einstieg läuft über den Vertrieb. Demo-Termin, Gespräch, Angebot. Das ist für den Anbieter richtig und für einen Betrieb, der am Donnerstag anfangen will, eine Hürde.
Die Zahl der Module. Jeder Bereich ist für sich sinnvoll. Zusammen ergeben sie eine Oberfläche, in der der Polier den Knopf für „Foto mit Kreis" suchen muss.
Was eine Alternative wirklich ersetzen muss
Wer von einer großen Plattform weggeht oder nie hinkommt, braucht nicht alles davon. Er braucht das hier, und daran misst sich jede Alternative:
| Muss sie können | Warum |
|---|---|
| Mangel mit Foto, Ort, Gewerk, Firma, Frist | Der Vorgang, der zwanzigmal am Tag vorkommt |
| Markierung direkt im Foto | Erspart drei Sätze Beschreibung |
| Nadel auf dem Grundriss | „Welches Bad?" ist die häufigste Rückfrage |
| Mangelanzeige als PDF je Firma | Die Gesamtliste an alle ist ein Eigentor |
| Status offen / beauftragt / behoben / abgenommen | Sonst gilt „fertig gemeldet" als erledigt |
| Zugriff für mehrere Personen mit Rollen | Sonst führt jeder seine eigene Liste |
| Vollständiger Export | Die Daten überleben das Abo |
Was sie nicht können muss, wenn du zwei Mehrfamilienhäuser gleichzeitig baust: BIM, Ressourcenplanung, Nachtragsworkflows, Schnittstellen zur Warenwirtschaft.
Wann du bei PlanRadar bleiben solltest
In mehr Fällen, als uns lieb wäre.
- Du arbeitest mit BIM-Modellen.
- Dein Auftraggeber verlangt ein bestimmtes System, bei öffentlichen Bauherren kommt das vor.
- Ein Mitarbeiter betreut die Software und hat Zeit dafür.
- Du führst einen Bauzeitenplan, der wirklich gepflegt wird.
- Deine Projekte laufen über Jahre mit vielen wechselnden Beteiligten.
In diesen Fällen ist ein schlankes Werkzeug kein Fortschritt, sondern ein Rückschritt.
Wann sich ein Wechsel lohnt
- Von zwölf Modulen nutzt du drei.
- Der Polier benutzt es nicht, und die Mängel kommen weiter per WhatsApp.
- Du zahlst je Nutzer und willst eigentlich drei Nachunternehmer mitlesen lassen.
- Du brauchst den Grundriss mit Nadeln und sonst wenig.
- Du willst heute anfangen und nicht nächste Woche einen Termin haben.
Umstieg: was mitgeht und was nicht
Der unangenehme Teil zuerst: Ein Wechsel zwischen Bausoftware ist kein Knopfdruck. Fotos und Tickets lassen sich exportieren, die Struktur dahinter selten. Realistisch ist, laufende Bauvorhaben im alten System zu Ende zu führen und das nächste neu anzufangen.
Wer dabei etwas mitnehmen will, exportiert vorher: Mängellisten als PDF, Fotos als Dateien, Berichte als Archiv. Das kostet einen halben Tag und ist die Versicherung dafür, dass die Gewährleistungsfrist die Software überlebt.
Angaben zum Leistungsumfang von PlanRadar nach Darstellung des Anbieters, Stand 09.2026. Preise nennen wir hier bewusst nicht, sie hängen vom Paket ab und ändern sich.