Capmo ist auf die Bauleitung zugeschnitten und macht vieles richtig, besonders im Mängelmanagement. Wer eine Alternative sucht, sollte deshalb zuerst wissen, was er aufgibt.
Die Module
Nach Darstellung des Anbieters gliedert sich Capmo unter anderem in:
- Planserver, Planprüfläufe, Aufmaße, Planverteilung
- Baudokumentation, Bautagebuch, Fotodokumentation, Formulare und Checklisten
- Projektmanagement, Aufgaben, Besprechungen, Bauzeitenplan, Nachtragsmanagement
- Mängelmanagement, Mängeldokumentation, Abnahmeprotokolle, Berichte
- Dokumentenmanagement, Objektdokumentation, Verteilung, SharePoint-Anbindung
- KI für Dokumentation und Dokumentensuche
Zielgruppe sind Generalunternehmer und ‑übernehmer, Bauherren und Projektentwickler sowie Planer und Ausbaugewerke.
Was Capmo im Mängelmanagement gut löst
Drei Dinge lohnt es sich abzuschauen, egal welches Programm man am Ende nimmt:
Der Statusverlauf. offen → in Bearbeitung → behoben → geprüft → geschlossen. Der entscheidende Schritt ist „geprüft": Die Fertigmeldung des Nachunternehmers schließt das Ticket nicht. Wer diese Trennung aufweicht, hat am Ende eine leere Liste und eine volle Baustelle.
Nachunternehmer im Projekt. Die Poliere werden kostenlos eingeladen und sehen, was auf sie läuft. Das löst das Problem, dass sonst jeder Mangel erst per Telefon oder Mail den Weg zum Ausführenden finden muss.
Zwei Fotos je Mangel. Ein Übersichtsbild zur räumlichen Einordnung, ein Detailbild zur Ausführung. Klingt nach Kleinigkeit und ist der Unterschied zwischen einem verwertbaren und einem nutzlosen Foto.
Dazu kommt die Diktierfunktion (auf der Baustelle mit Handschuh tippt niemand drei Sätze) und der Export als Mangelanzeige nach VOB.
Wo es für kleine Betriebe zu viel wird
Nicht in der Qualität, sondern im Zuschnitt:
- Sieben Modulgruppen mit Unterpunkten. Wer drei davon benutzt, bezahlt und bedient trotzdem die Oberfläche für sieben.
- Bauzeitenplan und Nachtragsmanagement setzen jemanden voraus, der sie pflegt.
- Der Einstieg läuft über Demo-Termin und Gespräch. Richtig für den Anbieter, eine Hürde für den Betrieb, der am Donnerstag anfangen will.
- Planprüfläufe braucht, wer Pläne in Versionen verwaltet. Wer den Grundriss ausdruckt und abfotografiert, braucht sie nicht.
Die drei Dinge, die eine Alternative übernehmen muss
Wer schlanker werden will, darf diese drei nicht verlieren, sonst wird es nicht einfacher, sondern schlechter:
- Die Trennung von „behoben gemeldet" und „abgenommen". Am besten so fest eingebaut, dass der Nachunternehmer melden, aber nicht abnehmen kann.
- Die Mangelanzeige je Firma. Jede Firma bekommt ihre eigenen Positionen, nie die Gesamtliste.
- Die Frist als eigenes Feld, nicht als Satz in der Beschreibung. Nur dann lässt sich „überfällig" überhaupt anzeigen.
Alles andere (Bauzeitenplan, Nachträge, Planprüfläufe, Dokumentenverteilung) kann weg, wenn du zwei Mehrfamilienhäuser gleichzeitig baust und keinen Mitarbeiter für die Software hast.
Wann Capmo die richtige Wahl bleibt
- Du hast jemanden, der das System betreut.
- Du führst einen Bauzeitenplan, der wirklich gepflegt wird.
- Nachträge sind bei dir ein eigener Vorgang mit mehreren Beteiligten.
- Dein Auftraggeber erwartet eine bestimmte Form der Objektdokumentation.
- Du arbeitest mit Planversionen und Prüfläufen.
Wann eine Alternative genügt
- Dein häufigster Vorgang ist: Foto, Kreis darum, ein Satz, Firma, Frist.
- Dein Polier soll es benutzen, ohne geschult zu werden.
- Du willst drei Leute mitlesen lassen, ohne je Nutzer zu rechnen.
- Du brauchst am Ende ein PDF, das nach Geschäftsbrief aussieht.
- Du willst heute anfangen.
Angaben zum Leistungsumfang von Capmo nach Darstellung des Anbieters, Stand 09.2026. Preise nennen wir hier bewusst nicht.