Als Generalunternehmer haftest du für Leistungen, die andere erbracht haben. Das ist der ganze Unterschied zum Handwerksbetrieb, und der Grund, warum Dokumentation bei dir die Grundlage dafür ist, Kosten dorthin weiterzugeben, wo sie entstanden sind.
Die Zange, in der ein GU steckt
Der Ablauf, wie er in der Praxis passiert:
- Mit dem Bauherrn ein BGB-Werkvertrag: fünf Jahre Gewährleistung.
- Mit den Nachunternehmern VOB/B: vier Jahre, wenn nichts anderes vereinbart ist.
- Im fünften Jahr meldet der Bauherr einen Mangel am Estrich.
- Du musst nachbessern, gegenüber dem Estrichleger ist die Frist abgelaufen.
Die Nacharbeit zahlst dann du. Das ist keine Software-Frage, sondern eine der Vergabe: Gewährleistungsfristen gegenüber Nachunternehmern gehören so vereinbart, dass sie die eigene um mindestens ein halbes Jahr überschreiten. Mehr dazu im Beitrag zur Gewährleistung am Bau.
Was Software leisten kann: die Termine sichtbar halten. Drei Daten je Bauvorhaben, die jemand anschauen muss, Ende der eigenen Haftung, Ende jeder einzelnen Nachunternehmer-Frist, und ein Prüftermin ein halbes Jahr davor.
Wo der Aufwand wirklich liegt
Nicht im Erfassen eines Mangels. Im Zuordnen und Nachhalten:
- Zuordnen. Zwanzig Gewerke, und jeder Mangel gehört genau einem. „Rohbau" ist keine Firma, ohne Namen wird der Mangel in der Besprechung an den weitergereicht, der gerade nicht im Raum ist.
- Trennen. Jede Firma bekommt ihre eigenen Positionen. Wer die Gesamtliste herumschickt, liefert dem Trockenbauer die Argumente des Elektrikers für die nächste Nachtragsverhandlung.
- Nachprüfen. Die Fertigmeldung des Nachunternehmers ist eine Behauptung. Erst die Nachprüfung mit zweitem Foto macht daraus eine Erledigung.
- Belegen. Dass du informiert hast. Ohne diesen Nachweis wird aus dem Gewährleistungsfall des Nachunternehmers dein Gewährleistungsfall.
Schnittstellen: der teuerste Posten ohne Position
Wer bohrt das Loch für die Dunstabzugshaube? Wer schließt die Bodeneinläufe an? Wer verschließt den Durchbruch nach der Installation?
Steht es in keinem Leistungsverzeichnis, macht es keiner, und beide haben recht. Die Liste der üblichen Streitpunkte ist in jedem Bauvorhaben dieselbe und in einer halben Stunde je Gewerk zu klären. Sie gehört in die Vergabe, nicht auf die Baustelle. Details im Beitrag Nachunternehmer koordinieren.
Was BauTaktik dafür tut
Jeder Mangel trägt Gewerk und Firma. Ohne Zuordnung bleibt er auf deiner Liste, ausdrücklich erlaubt, damit auf der Baustelle niemand aufgehalten wird, aber sichtbar.
Die Mangelanzeige geht je Firma heraus. Du wählst den Empfänger, das PDF enthält nur dessen Positionen mit Frist und Fotos, mit deinem Absender als Geschäftsbrief.
Der Status trennt gemeldet von abgenommen. Der Nachunternehmer darf „behoben" melden, abnehmen kann nur die Bauleitung. Das ist keine Einstellung, sondern in den Rollen festgelegt.
Mehrere Personen an einer Baustelle. Du lädst Büro, Geschäftsführung und Poliere mit ihrer E-Mail-Adresse ein, jeden mit einer Rolle. Der Server setzt sie durch: Wer nur lesen darf, schreibt nicht, und wer nicht dabei ist, bekommt die Baustelle nicht einmal als vorhanden gemeldet.
Fotos bleiben auffindbar. Am Vorgang, nicht in der Galerie, mit Ort, Datum und der markierten wie der unbearbeiteten Fassung.
Was fehlt
Kein Bauzeitenplan, kein Nachtragsmanagement als eigener Vorgang, keine Planprüfläufe, kein BIM. Wer das braucht, ist bei PlanRadar oder Capmo besser aufgehoben, und das steht hier, weil ein Betrieb, der mit dem falschen Werkzeug anfängt, nach sechs Wochen wieder aufhört.
Anfangen
App öffnen, Baustelle anlegen, abgleichen, die anderen einladen. Ohne Demo-Termin. Die Android-App gibt es zum Herunterladen.